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Vergebene Chance in Berlin – Niederlage zum Saisonauftakt in der JBBL

vor 14 Stunden
4 Min. Lesezeit

Am Sonntag den 11. Oktober ging für Team Halle die Reise in der Jugendbasketballbundesliga (JBBL) weiter. Nach der erfolgreichen Prämiere im letzten Jahr, startete Saison 2 für Team Halle mit dem schweren Auswärtsspiel gegen TuS Lichterfelde (TuSLi). Der Hauptstadtverein fällt regelmäßig mit starken Nachwuchsmannschaften in der höchsten deutschen Liga dieser Altersklasse auf, gehört seit der Gründung der JBBL vor 20 Jahren zum Inventar und konnte bereits zweimal die TOP 4 in den Playoffs buchen. Die Ausgangslage war damit also klar: Die Newcomer aus Sachsen-Anhalt fahren zum Platzhirsch nach Berlin. Insoweit überrascht das Ergebnis des Leistungsvergleiches nicht, eine letztlich deutliche Auftaktniederlage für Team Halle. Das Zustandekommen vielleicht schon eher und gleichzeitig macht dies auch Mut für die kommenden Aufgaben. Aber der Reihe nach.


Nach der grundlegenden Reform des Spielmodus zur Jubiläumssaison der JBBL, beginnt die Saison für Team Halle, wie für die meisten Teams der Liga, mit drei Spieltagen einer ersten Einteilungsrunde. In dieser ersten Gruppenphase geht es um die Chance, in der leistungsstärkeren A-Division der Liga zu spielen. Neben Berlin stehen in der Einteilungsrunde noch zwei Potsdamer Mannschaften auf dem Spielplan von Team Halle (es gibt jeweils nur ein Hinspiel). In gewisser Weise beruhigend: Solange die Lizenzauflagen erfüllt werden, ist ein sportlicher Abstieg aus der JBBL nicht mehr möglich. Dies minderte aber nicht im Geringsten die Spannung beim Team und den mitgereisten Fans.


Der Saisonstart gegen TuSLi sollte in jedem Fall eine Standortbestimmung und hilfreiche Einsichten für Coach Marcus Brambora liefern. Über die Sommerpause wurde der Kader noch einmal durch Talente aus Magdeburg und Sandersdorf verstärkt. Doch wie gut harmoniert das neu zusammengestellte Team auf höchstem Nachwuchsniveau? Dies konnte nur begrenzt in den ersten Testspielen erprobt werden und stellt sicher eine neue Herausforderung gegenüber dem gut eingespielten Vorjahreskader dar. Geblieben ist dagegen eine Gewissheit: die Lufthoheit wird Team Halle nur selten für sich verbuchen können. So auch der erste Eindruck in Berlin, wo die meisten unsere Jungs für den Blickkontakt zum Gegenspieler noch oben schauen mussten.


Gegen körperlich überlegenen Gegner sollen schnelles Passspiel und eine aggressive Defense den Erfolg bringen und gerade letzteres funktionierte vor allem in der Anfangsphase der Partie sehr gut. Während sich auf der Tribüne begeisterte Fans aus Sachsen-Anhalt und Berlin ein Trommel-Duell lieferten ging die Punkteausbeute auf dem Court zunächst klar an Team Halle. Forciert durch konzentriertes Spiel der Gäste, lief bei TuSLi zunächst wenig zusammen und so war der Hallenser Vorteil schnell zweistellig. Nach knapp sieben Minuten stand es 7:17 für Halle. Lag da etwas in der Luft?


Unterstützt durch nun aufkommende eigene Fehler stabilisierten sich die Gastgeber aber und konnten am Ende des Viertels zum 18:18 ausgleichen. Auch zu Beginn des zweiten Viertels konnte Team Halle den Fehlerteufel (Nervosität?) nicht abstellen und so gelang es TuSLi durch einen 22:4 Lauf über die Viertelpause den Vorteil komplett umzudrehen und zeitweise mit +14 zu führen. Die letzten Minuten der Halbzeit gehörte dann endlich wieder Halle, und so ging es zwar mit einem Rückstand von -9 in die Pause, aber noch war alles drin.


Zum Start der zweiten Halbzeit sah es zunächst so aus, als hätte jemand beide Körbe mit Klarsichtfolie überzogen, denn kein Team konnte in den ersten Minuten punkten. Stattdessen mussten die Schiedsrichter eine Reihe von Fouls auf beiden Seiten vergeben. Bitter für Halle: damit war unser wichtiger Aufbauspieler, Jannik Sandhop, früh mit vier Fouls belastet und musste zunächst vom Feld. Die Umstellung nutzte TuSLi sofort aus und verschaffte sich mit einem 10:1 Lauf einen komfortablen Vorsprung. Das dieser ausgebaut werden konnte und bis zum Ende des Spiels Bestand hatte, lag weniger an der körperlichen oder offensiven Überlegenheit der Berliner, denn die Defense von Halle konnte über weite Phasen des Spiels durchaus gefallen. Vielmehr waren neben den verlorenen Duellen an den Boards zu viele einfache Fehler im Aufbau oder nicht genutzte Korbchancen seitens der Hallenser der Grund für die letztlich verdiente Niederlage.


Das zeigt sich dann auch in der Statistik, wie Coach Marcus Brambora in seinem Resumé ausführt: „Wir gestatten den Berlinern 27 offensive Rebounds und leisten uns 40(!!) Turnover, was am Ende 25 Würfe mehr für TuSLi bedeutet. Wenn wir dann von den Nahwürfen nur 22 von 50 verwandeln und 18 Freiwürfe liegen lassen, ist es schwer so ein Spiel zu gewinnen.“ Und: „Die Jungs haben gezeigt, dass sie es können. Leider bekommen wir das nicht über längere Phasen auf das Parkett. Da war definitiv mehr drin.“ Als kleinen Trost für unsere Jungs gab es nach dem Spiel kostenlose Mini-Pizzen vom Buffet; Kompliment an TuSLi für die Organisation!


Auch nicht zu vergessen ist, dass es für fast alle Spieler die Prämiere auf diesem Niveau war. Daher trotz der Niederlage erwähnenswert: Till Braune als Top-Scorer mit dem ersten Double-Double der Saison (21 Punkte, 11 Rebounds). Auch Aufbauspieler Eric Kazmirzak (4 Assists, 4 Steals) oder Flügelspieler Philip Beug, nach langer Verletzungspause, (9 Punkte, 6 Rebounds) hatten ihre Momente. Andererseits zeigt sich aber auch, wie wichtig die erfahrenen Spieler für die Mannschaft sind. So konnte Team Halle, wenn Aufbauspieler Jannik Sandhop (11 Punkte, 3 Steals) auf dem Feld war, 11 Punkte mehr als der Gegner erzielen. Was ebenfalls deutlich wurde und die eingangs gestellte Frage beantwortet: Das Zusammenspiel gerade in der Offensive lief nicht rund und nur 13 Assists gegenüber 29 auf Berliner Seite zeigen, dass hier noch deutliches Potential nach oben besteht.


Es gibt also (glücklicherweise) genügend Ansatzpunkte zur Verbesserung, so dass in den kommenden Trainingseinheiten aber vor allem im anstehenden Trainingslager keine Langeweile aufkommen sollte. Die nächste Gelegenheit sich in der JBBL zu beweisen, ist am kommenden Sonntag in Potsdam.


Für Team Halle spielten: Adam, Ben, Eric, Felix, Finn, Jannik, Johann, Lukas, Niels, Oscar, Philip, Till.


Text: Marten Graubner

Fotos: Bernd Vogel



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